Stromkosten in der Gastronomie: Beispielrechnungen zeigen erhebliche Unterschiede zwischen Café, Imbiss und Restaurant
Kühlung, Spültechnik, Kaffeezubereitung und thermische Küchengeräte laufen in vielen Gastronomiebetrieben täglich mehrere Stunden. Wie stark sich einzelne Geräte auf den Stromverbrauch auswirken, ist bei der Planung jedoch oft schwer einzuschätzen. Gastprodo hat deshalb einen kostenlosen Stromkostenrechner für Gastrogeräte entwickelt. Damit können Gastronomiebetriebe den voraussichtlichen Energiebedarf ihrer Geräte anhand von Leistung, Laufzeit und Betriebstagen individuell berechnen.
Beispielrechnungen für ein Café, einen Imbiss und ein Restaurant zeigen, wie unterschiedlich der jährliche Strombedarf je nach Betriebskonzept und Geräteausstattung ausfallen kann. Die Ergebnisse sind keine pauschalen Verbrauchsangaben für die gesamte Branche. Sie verdeutlichen vielmehr, wie sich Leistung und Nutzungsdauer einzelner Geräte auf die laufenden Kosten auswirken.
Warum sich die Stromkosten von Gastrogeräten schwer einschätzen lassen
Die Anschlussleistung eines Gerätes allein sagt noch nicht aus, wie hoch dessen Stromkosten tatsächlich sind. Entscheidend ist, wie lange das Gerät täglich arbeitet, an wie vielen Tagen es genutzt wird und ob es während der gesamten Betriebszeit seine volle Leistung abruft.
Ein Gerät mit hoher Leistung kann vergleichsweise geringe Jahreskosten verursachen, wenn es nur kurzzeitig eingesetzt wird. Ein Gerät mit niedrigerer Leistung kann dagegen durch den täglichen Dauerbetrieb einen hohen Anteil am Gesamtverbrauch erreichen.
Für eine erste rechnerische Einordnung werden insbesondere folgende Angaben benötigt:
- elektrische Leistung des Gerätes in Kilowatt,
- durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer,
- Anzahl der Betriebstage pro Jahr,
- angenommener Strompreis pro Kilowattstunde.
Für die folgenden Modellrechnungen wurde ein einheitlicher Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde verwendet. Dieser Wert dient ausschließlich der Vergleichbarkeit. Betriebe sollten im Rechner immer ihren tatsächlich vereinbarten Arbeitspreis eintragen.
Beispiel 1: Stromverbrauch eines kleinen Cafés
Das erste Beispiel zeigt ein kleines Café mit Kaffeemaschine, Gewerbespülmaschine, Kühlschrank und Eiswürfelbereiter. Angenommen wird ein Betrieb an 300 Tagen im Jahr.
| Gerät | Leistung | Nutzung pro Tag | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Kaffeemaschine | 3,0 kW | 6 Stunden | 5.400 kWh | 1.620 Euro |
| Gewerbespülmaschine | 3,4 kW | 2 Stunden | 2.040 kWh | 612 Euro |
| Kühlschrank | 0,25 kW | 8 rechnerische Volllaststunden | 600 kWh | 180 Euro |
| Eiswürfelbereiter | 0,35 kW | 6 Stunden | 630 kWh | 189 Euro |
Ergebnis der Beispielrechnung: Die vier berücksichtigten Geräte erreichen zusammen einen rechnerischen Jahresverbrauch von 8.670 kWh. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde entstehen daraus jährliche Stromkosten von rund 2.601 Euro.
In diesem Beispiel verursacht die Kaffeemaschine den größten Anteil. Trotz der deutlich niedrigeren Leistung können jedoch auch Kühlung und Eisbereitung durch ihre regelmäßige Nutzung relevante laufende Kosten erzeugen.
Beispiel 2: Stromverbrauch eines Imbisses
In einem Imbiss kommen häufig leistungsstarke thermische Geräte zum Einsatz. Für die Berechnung werden eine elektrische Fritteuse, eine Grillplatte, ein Kühlschrank und eine Gewerbespülmaschine berücksichtigt. Der Betrieb öffnet an 310 Tagen im Jahr.
| Gerät | Leistung | Nutzung pro Tag | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Elektrische Fritteuse | 9,0 kW | 4 Stunden | 11.160 kWh | 3.348 Euro |
| Elektrische Grillplatte | 6,0 kW | 5 Stunden | 9.300 kWh | 2.790 Euro |
| Kühlschrank | 0,35 kW | 9 rechnerische Volllaststunden | 976,5 kWh | 292,95 Euro |
| Gewerbespülmaschine | 3,4 kW | 2,5 Stunden | 2.635 kWh | 790,50 Euro |
Ergebnis der Beispielrechnung: Die ausgewählten Geräte kommen zusammen auf einen rechnerischen Jahresverbrauch von 24.071,5 kWh. Daraus ergeben sich bei 0,30 Euro pro Kilowattstunde Stromkosten von rund 7.221 Euro im Jahr.
Die Berechnung macht deutlich, welchen Einfluss die Nutzungsdauer thermischer Geräte haben kann. Bereits eine zusätzliche Betriebsstunde pro Tag verändert das Jahresergebnis bei einer Fritteuse oder Grillplatte erheblich.
Beispiel 3: Stromverbrauch eines Restaurants
Für ein Restaurant wird eine umfangreichere Ausstattung angenommen. In der Beispielrechnung werden ein Elektroherd, ein Kombidämpfer, eine Haubenspülmaschine, zwei Kühlgeräte und ein Tiefkühlschrank berücksichtigt. Das Restaurant ist an 300 Tagen im Jahr geöffnet.
| Gerät | Leistung | Nutzung pro Tag | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Elektroherd | 12,0 kW | 4 Stunden | 14.400 kWh | 4.320 Euro |
| Kombidämpfer | 10,5 kW | 3 Stunden | 9.450 kWh | 2.835 Euro |
| Haubenspülmaschine | 9,5 kW | 3 Stunden | 8.550 kWh | 2.565 Euro |
| Zwei Kühlschränke | zusammen 0,70 kW | 9 rechnerische Volllaststunden | 1.890 kWh | 567 Euro |
| Tiefkühlschrank | 0,55 kW | 10 rechnerische Volllaststunden | 1.650 kWh | 495 Euro |
Ergebnis der Beispielrechnung: Für die berücksichtigten Geräte ergibt sich ein rechnerischer Jahresverbrauch von 35.940 kWh. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde entspricht dies jährlichen Stromkosten von rund 10.782 Euro.
Nicht berücksichtigt sind in diesem Beispiel unter anderem Lüftung, Beleuchtung, Kaffeemaschinen, Kühltheken, Eiswürfelbereiter, Kleingeräte, Warmwasserbereitung und die Gebäudetechnik. Der tatsächliche Gesamtverbrauch eines Restaurants kann deshalb deutlich höher liegen.
Vergleich der drei Beispielbetriebe
| Betriebsart | Berücksichtigte Geräte | Jahresverbrauch | Stromkosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Kleines Café | 4 Geräte | 8.670 kWh | 2.601 Euro |
| Imbiss | 4 Geräte | 24.071,5 kWh | 7.221,45 Euro |
| Restaurant | 5 Gerätegruppen | 35.940 kWh | 10.782 Euro |
Zwischen dem Café und dem Restaurant liegt in der Modellrechnung eine Differenz von mehr als 27.000 kWh pro Jahr. Ausschlaggebend sind vor allem die Anzahl der Geräte, deren elektrische Leistung und die tägliche Laufzeit.
Die Werte zeigen zugleich, warum pauschale Aussagen zum Stromverbrauch eines Gastronomiebetriebes nur begrenzt hilfreich sind. Selbst zwei Restaurants mit ähnlicher Größe können aufgrund unterschiedlicher Öffnungszeiten, Speisekarten, Produktionsabläufe und Geräteausstattungen stark voneinander abweichen.
Schon kleine Änderungen beeinflussen die Jahreskosten
Wie groß die Auswirkungen einzelner Veränderungen sein können, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: Wird ein Gerät mit 9 kW Leistung an 300 Betriebstagen täglich eine Stunde länger unter voller Leistungsaufnahme genutzt, erhöht sich der rechnerische Jahresverbrauch um 2.700 kWh.
Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde entspricht dies zusätzlichen Kosten von 810 Euro pro Jahr. Bei mehreren leistungsstarken Geräten können verlängerte Aufheiz- und Bereitschaftszeiten die Betriebskosten daher spürbar erhöhen.
Umgekehrt können bereits angepasste Einschaltzeiten, eine bessere Produktionsplanung und die Vermeidung unnötiger Bereitschaftszeiten einen messbaren Unterschied bewirken. Dabei muss stets berücksichtigt werden, dass Hygiene, Produktsicherheit und betriebliche Abläufe Vorrang haben.
Der Strompreis verändert das Ergebnis deutlich
Neben dem Verbrauch beeinflusst der individuelle Stromtarif die Gesamtkosten. Für den Beispielbetrieb Restaurant mit einem errechneten Geräteverbrauch von 35.940 kWh ergeben sich je nach Arbeitspreis folgende Werte:
| Strompreis | Rechnerische Jahreskosten |
|---|---|
| 0,25 Euro je kWh | 8.985 Euro |
| 0,30 Euro je kWh | 10.782 Euro |
| 0,35 Euro je kWh | 12.579 Euro |
| 0,40 Euro je kWh | 14.376 Euro |
Eine Differenz von zehn Cent pro Kilowattstunde verändert die jährlichen Kosten in diesem Beispiel um 3.594 Euro. Für eine realistische Planung sollten Gastronomen deshalb nicht mit allgemeinen Durchschnittspreisen, sondern mit dem Arbeitspreis ihres eigenen Vertrages rechnen.
Kostenloser Rechner ermöglicht individuelle Kalkulation
Mit dem kostenlosen Stromkostenrechner von Gastprodo können Betriebe eigene Geräte und Nutzungszeiten eingeben. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise berechnen, wie sich eine längere Öffnungszeit, ein zusätzlicher Kühlschrank oder der Austausch eines Gerätes auf den rechnerischen Jahresverbrauch auswirken könnte.
Stromkosten für die eigene Gastronomie berechnen
Tragen Sie Leistung, tägliche Nutzung, Betriebstage und Ihren Strompreis ein und erhalten Sie eine individuelle Modellrechnung.
Zum kostenlosen Stromkostenrechner für GastrogeräteDer Rechner richtet sich unter anderem an bestehende Gastronomiebetriebe, Existenzgründer, Küchenplaner, Energieberater sowie Betreiber von Cafés, Imbissen, Restaurants, Kantinen und Gemeinschaftsverpflegungen.
Was bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten ist
Die Berechnung aus Anschlussleistung und Nutzungsdauer ist eine Planungs- und Vergleichshilfe. Sie ersetzt keine Verbrauchsmessung. Viele Geräte arbeiten nicht während der gesamten Nutzungszeit mit voller Leistung. Thermostate, Kompressoren und Heizsysteme schalten sich abhängig von Temperatur, Auslastung und Betriebszustand ein und aus.
Bei Kühlgeräten wurden deshalb in den Beispielen rechnerische Volllaststunden statt einer durchgehenden Leistungsaufnahme über 24 Stunden verwendet. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Umgebungstemperatur, Isolierung, Beladung, Türöffnungen, Gerätezustand und eingestellter Temperatur ab.
Auch bei Koch- und Spültechnik können Aufheizphasen, Bereitschaftsbetrieb, Auslastung und Programmwahl zu abweichenden Ergebnissen führen. Für eine genaue Bestandsaufnahme empfiehlt sich daher eine Kombination aus rechnerischer Planung, Herstellerangaben und Messungen im laufenden Betrieb.
Fazit: Geräteauswahl und Nutzungsdauer gemeinsam betrachten
Die Beispielrechnungen zeigen, dass nicht nur die Anzahl der Gastrogeräte über die Stromkosten entscheidet. Ebenso wichtig sind deren Leistung, tägliche Nutzungsdauer, Betriebstage und der vereinbarte Strompreis.
Für Gastronomen kann es sich deshalb lohnen, den Energiebedarf bereits vor einer Anschaffung oder Küchenerweiterung zu kalkulieren. Der Stromkostenrechner von Gastprodo schafft hierfür eine nachvollziehbare Grundlage und macht sichtbar, welche Geräte in der individuellen Planung besonders stark ins Gewicht fallen.
Methodik und Hinweise zur Verwendung der Daten
Die dargestellten Werte wurden als Modellrechnungen mit dem Stromkostenrechner von Gastprodo ermittelt. Grundlage ist die Formel:
Leistung in kW × tägliche Nutzungsdauer × Betriebstage × Strompreis je kWh
Als Strompreis wurden einheitlich 0,30 Euro je Kilowattstunde angesetzt. Die Werte stellen keine Durchschnittsverbräuche der gesamten Gastronomiebranche und keine garantierten Verbrauchswerte einzelner Geräte dar.
Fachmedien und Redaktionen dürfen die Berechnungsergebnisse unter Nennung der Quelle „Gastprodo Stromkostenrechner für Gastrogeräte“ redaktionell verwenden. Bei einer Onlineveröffentlichung wird um eine Verlinkung zur Originalauswertung beziehungsweise zum Rechner gebeten.